Oberallgäuer Alphornbläser
der IG-Tracht-Oberallgäu
In der IG-Tracht-Oberallgäu gibt es z.Zt. ca. 70 Alphornbläser/Alphornbläserinnen. In Bläsergruppen in den jeweiligen Vereinen eingebunden, pflegen sie Brauchtum, Tracht und Alphornblasen bei verschiedenen Veranstaltungen. (siehe Kontaktadressen)
Ca. 30 Bläser bilden die Oberallgäuer Alphornbläsergruppe. Aus Bad Hindelang, Oberjoch, Burgberg, Obermaiselstein, Oberstaufen, Steibis und Immenstadt kommend nehmen sie weite Anfahrten und treffen sich monatlich zu gemeinsamen Proben. Bewusst nur 2 bis 3 Auftritte im Jahr – das sind die Höhepunkte dieser Alphorngruppe. Unverfälschte Alphornklänge und vorwiegend eigene Literatur, das sind die Markenzeichen dieser Gruppe.
SachgebietsleiterHermann Schlipf ![]() | Musikalischer LeiterMax Schmid ![]() |

Alphornmesse und Konzert auf dem Nebelhorn Juli 2011
Alphornprobe Burgberg (August 2010)

Alphornprobe Oberjoch (Juli 2010)

Bergblumenfest Nebelhorn (Juli 2010)

öffentliche Probe Steibis (Juni 2010)

Auftritt in Kempten zur Premiere des Kluftinger-Films "Erntedank" (August 2009)

Alphornmesse und Konzert auf dem Nebelhorn, leider kein gutes Wetter! (Juli 2009)


Festabend zum 40 Jährigen Bestehen der IG, Alphorn-Ständchen zum Eingang


Gipfelkonzert auf dem Nebelhorn - höher geht´s nicht (Juli 08)

Bergmesse auf dem Nebelhorn (Juli 08)
Kontaktadressen
- Altstädter Alphornbläser - Markus Mayer - Gschwenderweg 3 - 87527 Altstädten - 08321/3983
- Blaichacher Alphornbläser - Martin Hieble - Schwanden 1 - 87544 Blaichach - 08323/3068
- Alphorngruppe Bolsterlang - Xaver Thannheimer - Obermühlegg 4 - 87538 Bolsterlang - 08326/7767
- Bolsterlanger Alphornbläser - Albert Brutscher - Sonderdorf 12 - 87538 Bolsterlang - 08326 / 1802
- Burgberger Alphornbläser - Werner Steinebrunner - Heimenhofstr. 19 - 87545 Burgberg - 08321 / 2343
- Alphornbläser Fischen - Michl Pabst - Gundelsberg 3 - 87538 Bolsterlang - 08326 / 7514
- Hindelanger Alphornbläser - Andreas Schlipf - Naglergasse 3 - 87541 Bad Obersorf - 08324 / 8638
- d'Städtler Alphornbläser - Georg Riesenegger - Lustgarten 3 - 87509 Immenstadt - 08323 / 4224
- Alphorngruppe Oberjoch - Michael Heckelmiller - Haselschwande 5 - 87541 Oberjoch - 08324 / 7678
- Obermaiselsteiner Alphornbläser - Max Schmid - Niederndorf 18 - 87538 Obermaiselstein - 08326 / 7168 - info@landhaus-alphorn.de
- Schöllanger Alphornbläser - Michael Freudig - Rubihornstr. 1 - 87561 Schöllang - 08326 / 35293
- Alphornbläser Oberstaufen - Hans Fink - Kreuzwiesenweg 12 - 87534 Kalzhofen - 08386 / 2711
- Steibinger Alphornbläser - Philipp Fink - Am Hößl 1 - 87534 Oberstaufen, Steibis - 08386 / 8175
Entwicklung des Alphornblasen in Hindelang:
Der Musikpädagoge Regner aus MOD hat im Zuge seiner Dr. Arbeit die allgemeine Geschichte des Alphorn erforscht und dabei herausgefunden,
dass auch im Allgäu das Alphorn früher vorhanden war.
Herr Regner hat dann 1958 seinen Musikfreund Dr. Dr. Frei aus MOD beauftragt, beim Alphornbauer Lussi in der Schweiz ein Alphorn zu erwerben. Die zwei Herrn haben dann zusammen mit dem Ihnen ebenfalls bekannten Musikfreund Michael Bredl (Rektor der Hauptschule in Hindelang) ein Treffen anrangiert.
Hierbei ging es darum, wie das Alphornblasen im Allgäu wieder belebt werden kann.
Herr Regner, zwischenzeitlich Professor an der Musikhochschule in Salzburg,
hat sich mit seinen zwei Freunden geeinigt, dass das Alphorn in die Berge gehört und daher Michael Bredl das erworbene Alphorn überreicht, um seine Arbeit fortzusetzen.
So kam das Alphorn 1958 also vor 50 Jahren nach Bad Hindelang.
Im Sommer 1958 kamen zwei weitere Alphörner dazu, die an Ignaz Blanz und Konrad Schratz gingen. Der Versuch zu Dritt zu blasen scheiterte, so dass im Herbst 1958 die Hörner an Seppl und Hermann Schlipf weitergegeben wurden.
Im Frühjahr 1959 wurde dann regelmäßig im Trio geblasen wozu Michael Bredl den „Hindelanger Alphornruf“ komponierte.
Im Herbst beim Viehscheid war dann der erste Auftritt vor großem Publikum.
Zu dieser Zeit entstanden im oberen Allgäu verschiedene Gruppen (Fischen, Thalkirchdorf, Hopferau, Strausbergalpe u.s.w.)
1960 beim Viehscheid in Hindelang war das erste Bläsertreffen mit ca. 20 Alphornbläsern. In gemütlicher Runde wurde besprochen dies sporadisch zu wiederholen. Somit war das Alphornbläsertreffen in Hindelang und im Allgäu geboren.
1966/67 zog sich Michael Bredl als aktiver Bläser zurück und organisierte nun jährlich das Allgäuer Alphornbläsertreffen.
Im März 2008, bei der Feier „50 Jahre Alphorn im Allgäu“ in Marktoberdorf erwähnte Professor Dr. Regner nochmals seinen Wunsch und trat vehement dafür ein und forderte sogar, dass das Alphorn seine Eigenständigkeit behalten soll.
Es soll sich in eigenständiger Literatur, also selbstkomponierte Melodien, weiter entwickeln. Dies ist in vielfacher Weise geschehen. So darf ich einige mir bekannte Komponisten aus dem Allgäu nennen, deren Titel überwiegend geblasen werden.
Allen voran: Michael Bredl – Hindelang
Max Probst – Steibis
Wilhelm Fritz – Klein Walsertal
Paul Knoll – Wertach
Hermann Schlipf - Hindelang
Alphorn: Brauchtum oder Musikinstrument?
Gedanken über das Alphornblasen von H.Schlipf
Das Alphorn, schon der Name für dieses Blasinstrument sagt fast alles. Wo ist es beheimatet? Welcher Art von Musikinstrument ist es zuzuordnen?
In unseren Alpen ist es beheimatet, dabei ist unerheblich, ob in der Schweiz- im Allgäu- in Bayern oder in Österreich. Hinweise, dass bereits im Mittelalter diese Blashörner in vielen Alpentälern verbreitet waren, gibt es häufig. Die Bläser waren meist Hirten und Senner. Melodien und Rufe wurden als „Kühreigen“ bezeichnet, ein Viehlockruf , aber auch der Morgen- und Abendsegen. Auch ist erwiesen, dass Alphörner mancherorts für den kirchlichen Gebrauch dienten. So wurde beispielsweise in der österlichen Zeit das Glockengeläut durch Alphörner ersetzt, auch in der Weihnachtszeit ertönte das alte Hirteninstrument in Verbindung mit Krippen- und Hirtenliedern.
Mit diesem Hintergrund kann zu Recht das Alphornblasen als Brauchtum bezeichnet werden. In der Schweiz ist das Alphorn dank einsetzender Maßnahmen zu seiner Erhaltung und Pflege als nationales Instrument hoch geschätzt. In Bayern, Salzburg und auch in der Steiermark hat sich das Alphorn vereinzelt bis in die Jahre vor dem ersten Weltkrieg erhalten und ist dann gänzlich ausgestorben. Im Allgäu wurde durch die Forschungsarbeit von Prof. Regner aus Marktoberdorf und Michael Bredl (Lehrer in Bad Hindelang) 1958 das Alphorn zu neuem Leben erweckt. M. Bredl, Josef und Hermann Schlipf bildeten das erste Alphorntrio.
M. Bredl schreibt im August 1958 in den Ostrachtaler Heimatblätter über das Verstummen des Alphorns in den Ostalpen: .... In der Schweiz und im Allgäu ziehen in der Regel junge Männer auf die Alpen. Man mag die Schweizer Alpen auch als Männeralpen bezeichnen, auf denen das Alphorn und der Kühreigen zuhause ist. Auf den Weiberalpen (Almen) in Oberbayern, Salzburg und der Steiermark wird mehr der Gesang gepflegt, der den Mädchen besser ansteht als das Hörnerblasen. Diese Ansicht findet durch den überwiegenden Dirndlgesang im Altbayrischen beste Bestätigung.
Heute ist das Alphorn, von Bad Hindelang ausgehend, in unserem gesamten Alpengebiet wieder verbreitet, ob das Alphorn letztendlich von Männern oder von Frauen geblasen wird ist unerheblich. Viel wichtiger erscheint mir: Wo und wie wird geblasen. In den Bergen, in unserer Heimat, wird der Alphornklang Brauchtum! Erlebt der Zuhörer das Alphorn vor diesem Hintergrund, wird er unwillkürlich feststellen: Alphorn und Brauchtum gehören zusammen. Vor diesem Hintergrund erübrigt sich auch jede Überlegung, ob ein Alphorn als Show-Instrument benutzt wird, oder gar von einer Geige oder von anderen Instrumenten begleitet werden sollte. Der reine Alphornton ist das Markenzeichen vieler Allgäuer Alphornbläsergruppen.


